Veranstaltungen
Stolpersteine
mit denen an Männer, Frauen und Kinder erinnert wird, die im nationalsozialistischen Deutschland ermordet oder vertrieben wurden. Die „Stolpersteine“ werden vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Verfolgten in den Gehweg eingesetzt.
Auf jedem der Betonsteine ist eine Messingtafel befestigt, die über Name und Schicksal des Verfolgten Auskunft gibt.
Die „Stolpersteine“ wurden am 6. Oktober vom Kölner Künstler Gunter Demnig gesetzt. Am 7. Oktober wurden die Verlegearbeiten erstmals in Hannover durch Auszubildende ausgeführt.
Zunächst werden die Steine positioniert. Die Schüler der Justus-von-Liebig-Schule bestimmen die genaue Lage der „Stolpersteine“ vor dem letzten freiwilligen Wohnsitz einer jüdischen Mutter und ihres Sohnes (Deisterstraße 23).
Mit Hilfe des Tiefbauamtes wird die Verlegestelle aufgemeißelt (Hagenstraße 19).

Während Bürgermeister Bernd Strauch an die Ermordung des Ehepaares Lessing erinnert, machen sich die Auszubildenden ein Bild von den Arbeiten, die sie am nächsten Tag an sieben Standorten in Hannover selbst ausführen werden.
„Die zwei Tage waren sehr gut. Lehrreich, gut organisiert, aufschlussreich! Würde ich jederzeit wieder machen.“
„Mich hat die Verlegung des Steines für Hermann Federmann (Archivstraße 4) am meisten berührt. Beim Namen „Hermann“ dachte ich zuerst an einen strengen Preußen mit Schnurrbart. Hermann Federmann war aber ein behindertes Kind, das seine Eltern auf der Flucht zurückgelassen hatten, um ihre übrigen Kinder zu retten. Der Junge wurde in einer Pflegeanstalt umgebracht.“
„Faszinierend fand ich die Simrockstraße, der Riesenmenschenauflauf. Der Applaus der kleinen Kinder war sehr schön. Da war ich schon ein bisschen stolz. Hermann Federmann hat mich schockiert, ein 10jähriger Junge, der getötet wurde, nur weil er eine Behinderung hatte.“
„Für mich waren die letzten zwei tage eine sehr schöne und denkwürdige Erfahrung. Am meisten hat mich die große Anteilnahme der Bevölkerung und der damit verbundene Dank erfreut.“
„ Die Verlegung der Stolpersteine war für mich ein außergewöhnliches und besonderes Erlebnis. Ich halte es für sehr wichtig, der Nazi-Opfer zu gedenken, um das Bewusstsein der Menschen zu erweitern, damit solche schrecklichen Dinge nie wieder passieren. Die Tage waren sehr schön und auch interessant.“
Die Justus-von-Liebig-Schule dankt der Deutsch-israelischen Gesellschaft, die den Schülern ermöglicht hat, an diesem Projekt teilzunehmen, und dem Fachbereich Bildung und Qualifizierung sowie dem Fachbereich Tiefbau der Stadt Hannover für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.


