Veranstaltungen
Das Jahr 2009
Auszeichnung für internationale Zusammenarbeit Justus-von-Liebig-Schule ist Leonardo-Schule (14. September 09)
Die Justus-von-Liebig-Schule ist vorbildlich in ihrer Zusammenarbeit mit anderen Schulen in Europa. Das hat die EU jetzt auch Schwarz auf Weiß bestätigt: Die Berufsbildende Schule mit dem Schwerpunkt Agrarwirtschaft ist als Leonardo-Schule zertifiziert worden. LEONARDO DA VINCI ist ein Programm der Europäischen Union im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. In einer Feierstunde haben Lehrer und Schüler der Justus-von-Liebig-Schule am Montag die Auszeichnung gewürdigt und die Leonardo-Plakette am Gebäude angebracht.
Seit fast 25 Jahren pflegt die Berufsbildende Schule den Kontakt zu anderen internationalen Einrichtungen derselben Ausrichtung, zunächst vor allem in Frankreich, später auch in Polen, Schweden, Großbritannien, Ungarn und seit Kurzem auch mit Irland. Ziel der Austauschprogramme war und ist es, im Ausland auf Bauernhöfen/landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten und Einblicke in die Arbeitsweise in der Landwirtschaft im jeweiligen Land zu bekommen.
Besonders intensiv hat die 18-jährigen Amrei Lindwedel aus Hannover dieses Angebot genutzt: Neun Monate verbrachte sie auf einem Bauernhof bei Göteborg und besuchte die dortige Partnerschule Naturbruksgymnasium Tenhult. Mitgetragen wurde der Auslandsaufenthalt von der Landwirtschaftskammer Hannover, allen voran Ausbildungsberater Andreas Teichler. Bei der Justus-von-Liebig-Schule setzte Projektkoordinator Werner Marheineke – einer der Väter des Schüleraustauschs an der BBS – alle Hebel in Bewegung, um die Ausbildung für Amrei Lindwedel in Schweden möglich zu machen.
Das neue Zertifikat bescheinigt nun die hohe Qualität solcher „Mobilitätsprojekte“ in der Erstausbildung. Bis 2012 hat sich die Justus-von-Liebig-Schule auf die Fahnen geschrieben, im Rahmen von Leonardo an der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit junger europäischer Agrarwirte mitzuarbeiten. Schulleiter Georg Damek betonte während der Feierstunde am Montag die große Rolle des persönlichen Engagements der Beteiligten: „Nur so können der Austausch immer wieder realisiert werden und die Partnerschaften am Leben erhalten werden.“

Projektkoordinator Werner Marheineke räumte ein, dass es auch sehr schwierige Phasen gegeben habe, in denen die Finanzierung der Schülerautausche gewackelt habe. Das Leonardo-Mobilitätsprogramm erwies sich als Weg, um Mitte der neunziger Jahre den Austausch mit den osteuropäischen Nachbarländern, vor allem Polen, fortzusetzen. Die Kehrseite: „Der Verwaltungsaufwand für die Teilnahme am Leonardo-Programm ist enorm“, sagte Marheineke. „Anträge, Verträge, umfangreiche Auswertungen – das kann einem das Leben schwermachen.“ Trotzdem lohne sich die Teilnahme. „Wir sind stolz auf die Zertifizierung“, bestätigte Schulleiter Georg Damek. Auch Dr. Uwe Specht, Leiter des Fachbereichs Schulen der Region Hannover, lobte während der Feierstunde das große Engagement von Kollegium sowie Schülerinnen und Schülern. Die Justus-von-Liebig-Schule in Hannover-Ahlem wurde als eine von nur 50 Instituten, Unternehmen und Schulen in Deutschland mit dem Leonardo-Zertifkat ausgezeichnet. Am Montagmittag (14.9.) haben Schulleiter Georg Damek (links) und Fachbereichsleiter Dr. Uwe Specht (rechts) von der Region Hannover das Schild neben der Schuleingangstür angebracht. Freuen sich über die Leonardo-Auszeichnung: Schulleiter Georg Damek (vorne links) und Dr. Uwe Specht, Leiter des Fachbereichs Schulen der Region Hannover (vorne rechts), mit Lehrern und Schülern der Justus-von-Liebig-Schule.
Internationale Lehrerfortbildung in Polen 24. - 26.9. 2009
Insgesamt nahmen 25 Kolleginnen und Kollegen an dieser Fortbildung bei unserer Partnerschule in Ludow Polski teil. Seit nunmehr 18 Jahren besteht ein intensiver Praktikantenaustausch zwischen unseren beiden Schulen. Während die Schüler der Justus-von-Liebig-Schule in der Regel 3 Wochen auf einem polnischen Betrieb sind kommen die jungen Polen teils bis zu 6 Monaten auf landwirtschaftlichen Betrieben unserer Region und besuchen an einem Tag in der Woche die Berufsschule. Die Schwerpunkte der Fortbildung lagen also in der Erkundung zukünftiger Praktikumsbetriebe (Milchviehbetrieb, Fischzuchtbetrieb, Pferdegestüt, Anturienzucht), in der Ausarbeitung der nächsten Austauschprogramme und natürlich im kulturellen und interkulturellen Bereich. Unvergessen wird für uns der gemeinsame Abend mit dem polnischen Kollegium sein.

Unser Kollegium möchte an dieser Stelle noch bemerken:
- …dass die polnische Partnerschule, speziell die engere Schulleitung, ein enormes Engagement gezeigt hat, das ebenfalls für das Gelingen von großer Bedeutung war
- …dass das Lernziel, „andere Völker und Kulturen hautnah zu erleben“ auch bei gestandenen Pädagogen nicht überflüssig ist
- … dass die Vermittlung interkultureller und kommunikativer Kompetenzen von großer Bedeutung war.
- ... dass die Zeit zu knapp war.
- … dass wir uns besonders bei Werner Marheineke für die Organisation bedanken.
Pressemitteilung,Hannover, 22 August 2009

Berufswettbewerb 2009
Grüne Berufe - Wir fürs Land!
Am 6. Februar fand der 29. Berufswettbewerb der deutschen Landjugend statt, so auch an der Justus von Liebig Schule in Hannover / Ahlem. Der Tag wurde organi-siert von der Landwirtschaftskammer , Landvolk und Lehrern der Justus von Liebig Schule, unterstützt von der Schülern der Zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft.
Der Wettbewerb steht unter dem Motto “Grüne Berufe – Wir fürs Land”. Junge Landwirte aus den Landkreisen Hannover und Schaumburg messen ihr beruf-liches Geschick in dem Bereich Landwirtschaft.“
Die 92 Teilnehmer sind landwirtschaftliche Auszubildende des Berufsgrundbildungs-jahres (BGJ) sowie des 2. und 3. Ausbildungsjahres.
Der diesjährige Wettbewerb ist in drei Bereiche eingeteilt. Zu den zu bewältigenden Aufgaben gehören Fragen des Allgemeinwissens, berufstheoretische Fragen und Rechnen, ein Vortrag und praktische Aufgaben. Im praktischen Bereich müssen 20 Gegenstände wie Saatgut, Futtermittel oder Werkstoffe bestimmt werden. Außerdem muss ein von einem Beleuchtungskabel abgerissener Stecker wieder fachgerecht angeschlossen werden. In einem fünfminütigen Vortrag sollen die Wettbewerbsteilnehmer/ innen den Beruf des Landwirts vorstellen und ihre eigene Berufswahl begründen. Diese Aufgabe stell-te sich sicherlich als größte Herausforderung für die Schüler dar. Aus den in den verschiedenen Aufgaben erzielten Punkten ergibt sich der Tagessie-ger.
In diesem Jahr entschied Christoph Meier zu Hartlage den Wettbewerb für sich. Er gewann ein Rhetorikseminar in Goslar und nimmt am Landesentscheid des Be-rufswettbewerbes teil. Die weiteren Platzierungen bekamen nützliche Bohr- und Werkstattgeräte. Den besten Vortrag hielt Eva – Maria Wulf aus Rodenberg. Dafür erhielt sie ein Na-gationsgerät.
Constantin Haller ZFA
Eine deutsch-polnische Schülerbegegnung, der Festungsfriedhof Modlin und das Thema „Waffen-SS“
Vom 20. bis 30. April 2009 kamen Schülerinnen und Schüler der Justus-von-Liebig-Schule Hannover, der Gehörlosenschule Hildesheim und der Oberschule Modlin in der Gemeinde Nowy Dwor Mazowiecki zusammen, um gemeinsam zu arbeiten und auf geschichtliche Spurensuche zu gehen.

Auf dem Programm standen eine Exkursion nach Warschau mit der Besichtigung des Museums „Warschauer Aufstand 1944“, der Besuch der KZ-Gedenkstätte Treblinka und eine Führung durch die Festungsanlage Modlin. Darüber hinaus wurde eine abschließende Gedenkstunde auf dem Festungsfriedhof Modlin organisiert. Der Aufenthalt der jungen Deutschen in Modlin sowie die gemeinsame geschichtliche Spurensuche mit der polnischen Oberschule fand auch Beachtung in der regionalen polnischen Presse. An der Gedenkstunde nahmen Vertreter der Gemeinde Nowy Dwor Mazowiecki und des Volksbund Niedersachsen teil. In einer bewegenden Rede nahm Adalbert von der Recke, Ehrenvorsitzender des Volksbund Niedersachsen, Bezug auf den deutschen Überfall auf Polen vor 70 Jahren. Er ließ dabei keinen Zweifel an der deutschen Schuld, bzw. dass Deutsche in einem bis dato nie da gewesenen Ausmaß das Land verwüsteten, Menschen verschleppten und auch ermordeten.

Herr von der Recke wies darauf hin, dass viele der auf dem Festungsfriedhof ruhenden deutschen Soldaten Opfer im Sinne einer nationalsozialistischen Indoktrination und zugleich Täter hinsichtlich der Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren.Die Waffen-SS, der militärische Verband der nationalsozialistischen Organisation der SS, war besonders in Kriegsverbrechen verstrickt. Der Militärgerichtshof in Nürnberg verurteilte 1946 die SS inklusive ihres militärischen Verbandes als verbrecherische Organisation. Auf dem Festungsfriedhof Modlin ruhen sehr viele Mitglieder der SS-Verbände „Totenkopf“ und „Wiking“. Diese verloren bei den militärischen Kampfhandlungen um Warschau Ende 1944 ihr Leben. Beide Divisionen waren nachweislich auch an Kriegsverbrechen in Frankreich und in der Ukraine beteiligt. Diese Tatsachen erschrecken, zeigen aber auch, dass eine nähere Betrachtung der auf den Kriegsgräberstätten des Volksbundes ruhenden Toten hinsichtlich ihrer Kategorisierung - zugleich als Opfer und Täter - unerlässlich ist.Die Schülerbegegnung Modlin, die im April 2009 zum ersten Mal durchgeführt wurde und in den folgenden Jahren ihre Fortsetzung findet, stellt sich dieser Aufgabe. Neben der historisch-politischer Bildungsarbeit spielt die Sanierung des Wegesystems auf dem Festungsfriedhof eine wichtige Rolle. Insgesamt leisteten die 29 Jugendlichen 2009 1.218 Arbeitsstunden ab, nahmen 256qm Pflastersteine auf und verlegten diese wieder nach fachgerechter Vorbereitung des Untergrundes. Zielstellung dieser Maßnahme ist es, dass zukünftig die Friedhofsbesucher barrierefrei zu den polnischen, sowjetischen und deutschen Kriegsgräbern gelangen.Der Volksbund Niedersachsen bedankt sich für das Engagement und Können bei den Schülern und Lehrkräften aller beteiligten Schulen.
Jörg Schgalin
Die Fachschulklassen zu Besuch auf der Buga 2009 in Schwerin
Die Fachschulklassen der Blumen- und Zierpflanzengärtner, der Baumschuler, der Staudengärtner und der Landschaftsgärtner der Justus von Liebig Schule aus Hannover Ahlem nahmen die Buga in Schwerin zum Anlass für die erste Exkursion des neuen Schuljahres. Wir starteten um 6.00Uhr vom Schulgelände mit zwei Bussen und 80 Teilnehmern in den heißesten Tag des Jahres. Angekommen in Schwerin, wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und von einem Reiseleiter durch die Buga geführt, angefangen mit einer Übersicht über die 550.000m² große Ausstellung und Erläuterungen zu den einzelnen Themenbereichen rund um das Schweriner Schloss. Der erste Abschnitt wurde unter dem Gedanken „Garten des 21.Jahrhunderts“ gestaltet. Er besteht aus einem repräsentativen Eingangsbereich, gestaltet mit Wechselflor in Pflanzkübeln und einer „Schwimmenden Wiese“. Eingebettet in dem Schweriner See, vermittelt die Wiese eine schwimmende Leichtigkeit und lädt mit dem Schweriner Schloss und der Altstadt im Hintergrund zum Verweilen und Entspannen ein.

Als nächstes ging es in den Schlossgarten, der nach alten Plänen des Landschaftsplaners Lenne 1838 teilweise rekonstruiert und saniert wurde. Der Garten bietet durch seine Sichtachsen einen hervorragenden Blick auf das Schloss. Der Rundgang ging weiter über den Englischen Landschaftsgarten mit Mustergräbern und einer Rhododendronausstellung, zum Küchengarten, der den Nutzgarten in verschiedensten Facetten darstellt und auch zeigt, dass Gemüse bei richtiger Kombination einen hohen Zierwert haben kann. Anschließend ging es zu Fuß über den Schweriner See über einen schwimmenden Steg, der auch wieder einen hervorragenden Blick auf das Schweriner Schloss ermöglicht. Anschließend konnten noch die Themengärten besichtigt werden. Nach einem Stadtrundgang durch die Schweriner Altstadt brachen wir um 18.00 Uhr Richtung Hannover auf. Die Bundesgartenschau hat uns alle begeistert, weil hier eine kompakte Parkanlage um das schöne Schweriner Schloss entstanden ist und den Altbestand des Schlossgartens mit einbezieht. Der Park wird in dieser Form auch nach der Buga für die Schweriner als Naherholungsraum und Touristenmagnet erhalten bleiben.
Freisprechungen der Berufsschüler im Gartenbau - Bilderbogen

Gemüsebau – Exkursion 2009
Am Ende des Schuljahres steht jedes Jahr zum Ausgleich zu der Theorie eine Exkursion mit der Gemüsebauklasse in die Praxis. In der Klasse lernen Auszubildende der Sparte Gemüsebau aus dem 2. und 3. Ausbildungsjahr gemeinsam.
Die Exkursion am 03.06.09 führte zuerst an die Fachhochschule Osnabrück. Hier gab es einen Einblick für die Schüler in die neu eingerichteten Bachelor und Master- Studiengänge im Bereich Gartenbau. Anschließend führte der Versuchsingenieur Olaf Melzer die Interessierten durch die aktuellen Gemüseversuche vor Ort.
Nach diesem informativen Rundgang ging es zum Bioland – Betrieb „ Die Gemüsegärtner“ nach Kalkriese (Bramsche). Der Betriebsleiter Matthias Krause berichtete von der Entwicklung des Betriebs von den Anfängen bis heute. Dabei hobe er hervor, dass der Absatz des produzierten Gemüses ausschließlich über den Großmarkt bzw. über einen eigenständigen Abokistenbetrieb abgewicklet wird. Aktuell präsentierte er uns eine neue Anlage zur Chichoree-Treiberei. Alle Fragen zum Anbau der Rüben bis zum Treiben in den speziellen Treibräumen samt Technik sind ausführlich beantwortet worden. Außerdem lernten die Auszubildenden den Betriebszweig der Jungpflanzenproduktion kennen.
Als dritte Station machte die Gemüsebauklasse bei dem Spargelbetrieb Kuhlmann halt. Hier wurden die Schüler vom Betriebsleiter Herrn Kuhlmann und seiner für den Absatz verantwortlichen Gartenbauingenieurin in Empfang genommen. Die Auszubildenden konnten selbst Spargel an der Spargelschälmaschine schälen und später sogar Spargel selbst auf dem Feld stechen. Dabei lernten die Schüler ein Erntehilfssystem kennen, das zum einen die Schwarzweißfolie von den Spargeldämmen aufnimmt und wieder ablegt und zugleich die Kisten mit dem geernteten Spargel transportiert.
Alles in allem eine gelungene, informative Fahrt!
Ein weiterer Schritt zur Selbstständigkeit
Anfang des Jahres nahmen die Betriebswirte im Garten- und Landschaftsbau des Jahrgangs 2008/2009 der Justus von Liebig Schule eine weitere Hürde auf dem Weg zum selbstständigen Abwickeln einzelner Projekte der Gartenbaubranche. Sie erarbeiteten in mehreren Wochen in Gruppen die verschiedensten Projekte des Privatgartenbereichs in all der Vielfalt, die der GaLaBau mit sich bringt. Von Neugestaltungen bis hin zu Modulbauweisen einzelner Umgestaltungen hatten die bearbeiteten Gärten alles zu bieten. Die Ausarbeitung der Projekte erstreckte sich über mehrere Wochen und umfasste wichtige Etappen wie den ersten Kundenkontakt, die Planung, das Kalkulieren und Textieren der einzelnen Arbeiten mit Hilfe der im Unterricht verwendeten Branchensoftware. Bis es zum vollständigen Angebot kommen konnte, mussten viele Dinge berücksichtigt und erlernt werden; hierbei standen die Fachlehrer und einzelne Unternehmer den angehenden Betriebswirten unterstützend zur Verfügung.
Nach der freizeitraubenden Bearbeitungsphase standen dann die Prüfungsgespräche im Rahmen eines Kolloquiums an. Die gesammelten Erfahrungen, das Wissen und die neu gewonnenen Erkenntnisse wurden dort im Gespräch geprüft und bei Bedarf verbessert oder ergänzt. Nachdem die angehenden Betriebswirte diese Hürde gemeistert hatten, ging es im Rahmen des Unterrichts darum, wie man die gewonnenen Erkenntnisse und Lösungsansätze an die kommenden Meister und Betriebswirte des nachfolgenden Jahrgangs weitergeben konnte. Bei der Präsentation der einzelnen Projekte griffen die Gruppen auf selbst erstellte Power - Point - Präsentationen zurück, um die ausgearbeiteten Projekte visuell wiederzugeben und sie somit den Zuhörern besser darstellen zu können. Diese wurden zum Teil sogar durch dreidimensionale virtuelle Rundgänge durch die am Computer geschaffenen Modelle der Projekte ergänzt. Das fachkundige Publikum nahm die Möglichkeit in Anspruch, Fragen zu stellen und konstruktive Kritik zu üben. Daraus entwickelten sich im Anschluss zahlreiche Fachgespräche. Nach einem langen, aber informativen Tag voller Präsentationen und Diskussionen waren die Gruppen dann doch froh, als sie ihre Projekte zur Seite legen konnten.
Alexander Bartsch BW
Ahlemer Betriebsleitertage der Landwirte am 12./13.02.2009
Wie mittlerweile jedes Jahr richtete die Justus von Liebig Schule zum achten Mal die Ahlemer Betriebsleitertage aus. Viele Betriebsleiter und Fachschüler nutzen die Veranstaltung, um sich über die von den Referenten gut ausgearbeiteten brandaktuellen Themen zu informieren. Unterstützung fand der Organisator Dietmar Hasemann zum zweiten Jahr in Folge beim Landvolk Niedersachsen und der ihm immer gern helfenden Fachschule Agrarwirtschaft. Der Landvolk -Kreisverbandsvorsitzende Blume begrüßte alle Teilnehmer und wünschte ihnen eine Informative Veranstaltung.
Große Aufmerksamkeit schenkten die Zuhörer dem sich sehr gut artikulierendem FDP -Umweltminister Sander, der über aktuelle Themen der Umweltpolitik informierte und auch in der Diskussion mit den Landwirten keine schlechte Figur machte. Ein Satz, der bei den Zuhörern auf breiten Zuspruch traf, war „Wir leben in einer über Hunderte von Jahren gewachsenen Kulturlandschaft, nicht in einer Naturlandschaft“. Er zeigte kurz einige Entwicklungen des Umweltschutzes auf, wie z.B. die Zunahme des Vertragsnaturschutzes um 25000 ha in den Jahren 2001 bis 2008 und wünschte sich, dass der Vertragsnaturschutz auch stärker in den typischen Ackerbauregionen zunähme. Den zweiten Vortrag hielt Herr Dr. Block, der seit ca. einem Jahr an der JVL Schule in den Fächern Marketing, BWL und EDV unterrichtet. Er referierte über die Energieeffizienz in der Landwirtschaft, z.B. über die Importproblematik der deutschen Bevölkerung und den daraus resultierenden zu hohen Verbrauch an Fläche. Wir Deutschen benötigen 1,5-mal mehr Fläche für unsere Nahrungsmittel, als wir zur Verfügung haben. Auch die CO2 Problematik unserer Nahrungsmittel war ihm ein Anliegen, er zeigte am Beispiel von Kartoffeln(277gr. CO2/Kg)und Tiefgekühlten Pommes(7743gr. CO2/Kg) auf, wie stark die Verarbeitung der Lebensmittel einen Einfluss auf den CO2 -Ausstoß hat. Sein persönliches Fazit war, dass sich jeder selbst fragen sollte, ob die Produktion an seinem Standort energieeffizient genug sei oder ob er noch sparsamer mit Energie und Rohstoffen wirtschaften könne. Den Abschluss des ersten Tages machte Herr Möller vom Niedersächsischen Landvolk, der einen Vortrag über die Vorsorge in der Landwirtschaft hielt. In seinem Vortrag erläuterte er ausführlich die Sozialversicherungen der Landwirtschaft. Er sprach über die stark sinkende Zahl der Vollerwerbslandwirte und die daraus resultierenden geringen Zahlen an Beitragszahlern. Den zweiten Tag begann Herr Helmsen von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, der kurzfristig eingesprungen war. Er informierte die Teilnehmer über die neuesten Entwicklungen bei der Centralen Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA). Der zweite Referent an diesem Tag war Herr Kolze von der Hannoverschen Volksbank, Sein Vortrag wurde von allen Teilnehmern mit Spannung erwartet „Von der Finanzierung von Liquiditätsengpässen bis zu Wachstumsinvestitionen - wie bereite ich mich optimal auf ein Kreditgespräch vor?“ Das Ratingverfahren und der Umgang mit der Betriebsbank waren ihm ein wichtiges Anliegen.
Den Abschluss der Betriebsleitertage machte Herr Domröse von der Unternehmensberatung Backmann& Domröse. Er referierte über „Das Wachstum durch Kooperation“. Zu Beginn seines Vortrages erklärte er die verschiedenen Formen der Kooperation in der Landwirtschaft: GbR, GmbH, KG, eG und AG. und zum Abschluss zeigte er einige gute Beispiele der Gewinnverteilung in einer Kooperation. Mein persönliches Fazit zu den diesjährigen Betriebsleitertagen ist, dass sie trotz der etwas niedrigeren Teilnehmerzahl wieder ein voller Erfolg waren und alle Referenten sehr gut ausgearbeitete Vorträge gehalten haben, die allen Teilnehmern sicher einen guten Einblick in die Themenbereiche gegeben haben. Johan Kranz ZFA


